Ein sehr trauriges Ende einer wunderbaren Geschichte

Dies ist die Website für die Wolkendinge, hier geht es um Kunst, Kultur, Leben und Lernen, um Ideen und deren Umsetzung, um Kommunikation und Inklusion.

Aber heute, jetzt, in diesem Artikel geht es um mich, Sabrina Schultheis.

Denn in den vergangenen Wochen musste ich eine folgenschwere Entscheidung treffen:

Aufgrund gesundheitlicher Probleme (nichts Gefährliches, „nur“ etwas Zehrendes) musste ich mein größtes Herzensprojekt aufgeben.

Liebe LeserInnen, versteht mich nicht falsch, jedes Stück, das ich auf die Bühne bringe, ist in dem Moment das Wichtigste und Tollste; jeder Mensch, mit dem ich arbeiten darf, ist mir so unfassbar viel wert,

aber mit dem inklusiven Jugendkurs habe ich deutschlandweit etwas Einzigartiges geschaffen und dessen waren wir uns auf wunderbare Weise bewusst.

Seit November 2013 haben wir gemeinsam Kunst auf die Bühne gebracht, 

10x haben wir Premieren gefeiert,

wir haben mit Shakespeare geschäkert, sozialkritische Themen angesprochen und ein völlig anderes Krippenspiel inszeniert. 

In den vergangenen neun Jahren haben nicht nur meine vielen DarstellerInnen (hoffentlich) einiges gelernt. Sie haben sich von turtelnden, teilweise taumelnden Kindern und Jugendlichen zu selbstbewussten, bühnenerfahrenen erwachsenen Profis entwickelt. 

Und ich? Ich habe mich von einer theateraffinen jungen Frau, die gern schreibt, durch diesen Kurs und die Studiengänge zu einer Dramaturgin, Regisseurin und Drehbuchautorin entwickelt, die Menschen und Kunst auf Bühnen bringen kann. 

Wir waren ein besonderer Kurs, denn bei uns war jeder willkommen, offiziell nannten wir uns „inklusiv“, im echten Leben bedeutete das: 

Wir hatten Menschen mit und ohne Lautsprache, mit und ohne Rollstuhl, mit und ohne Textmerkfähigkeiten- kurz und gut: Wir hatten einen bunten Kurs-Korb voller individueller Menschen.

In zwei Dingen sind wir uns sehr ähnlich: Wir möchten Kunst auf die Bühne bringen und wir finden uns gegenseitig sehr sympathisch. Und das war der Kitt, der uns beieinander hielt, der Kitt, der dafür sorgte, dass viel Anderes ziemlich egal war. 

Und trotzdem muss ich diesem Kurs, diesen tollen Menschen Lebewohl sagen, was mir persönlich sehr wehtut und schwerfällt!  

Ich könnte unzählige einmalige Momente in diesen Text schreiben, um euch Außenstehenden ein Gefühl zu geben, wie unglaublich unsere gemeinsame Zeit war, aber es waren zu viele, zu unterschiedliche und es waren in vielen Fällen einfach „unsere Momente“. Momente, die uns für immer erhalten bleiben, von denen wir gern noch mehr gesammelt hätten, von denen wir aber gleichzeitig schon so viele sammeln durften.  

Meinen DarstellerInnen danke ich für den Mut, das Vertrauen, den Spaß, die Texte, die gemeinsame Zeit, die kreativen Ideen, die vielen Momente!

Wenn ich nicht zwingend gemusst hätte, hätte ich euch nie abgegeben. 

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