“ Stehende Ovationen für Pop-Oratorium „Luther““

(vma/07.10.2017-11:17)

Gummersbach – Der Kirchenkreis An der Agger und das Musical-Projekt Oberberg begeistern mit der Inszenierung der Luther-Geschichte im Theater der Stadt Gummersbach.

Luther als Singspiel mit toller Musik, beeindruckenden Kostümen, stimmgewaltigem Chor und Solisten – das Projekt „Pop-Oratorium Luther in Eigeninszenierung“ ist eine Veranstaltung des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger in Zusammenarbeit mit dem Musical-Projekt Oberberg (MPO) und findet noch zwei Mal im Theater des Stadt Gummersbach statt.

[Grandios, wie Carlo Scheeweis seine Rolle als „Luther“ übernahm und zudem auch gesanglich sehr überzeugte.]

Im Mittelpunkt der Handlung steht Martin Luther, den 1521 der Reichstag von Worms aufforderte, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. Mit Rückblenden und Ausblicken rund um das dortige Geschehen erzählt das Pop-Oratorium von Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche – eine spannende Geschichte über Politik und Religion ebenso wie über die Person Martin Luther. Superintendent Jürgen Knabe begrüßte die Gäste im Theater zur Premiere und stellte die Frage: „Wer ist Luther?“ Auf einzigartige Weise gebe das Pop-Oratorium die Antwort dazu und blicke nicht nur zurück auf die Lebensgeschichte, sondern stelle dies auch in den heutigen Kontext, so Knabe.

„Wer ist Martin Luther?“, so fragen auch der große Chor und die Sänger des MPO. Bewundernswert, wie Martin Luther, der unter großen Anfechtungen litt, standfest blieb und sich in seiner Überzeugung quer gegen den gesamten Machtapparat des damaligen Abendlandes stellte. Carlo Schneeweis, der immer wieder herausragend singt und spielt, wie in „Martins Ankunft“ oder „Selber denken!“ ist ein sehr beeindruckender Lutherdarsteller. Die Lara gibt Ramona Even mit viel Herzblut und Stimme und auch weitere Sänger, wie Mike Weinerowski als Dominikanerpater, überzeugen in ihren Rollen.

Die Lieder werden auch immer choreografisch perfekt passend umgesetzt. So steht bei „Machtspiele“ ein Schachspiel auf einem kleinen Tisch am Bühnenrand und die Sänger und Tänzer agieren wie Schachfiguren auf der Bühne. Der Chor ist immer sehr akzentuiert mit Liedern, die kräftige Anleihen an die Gospel- und Rock-Stilistik aufweisen und es finden sich – wie könnte es beim Thema „Luther“ anders sein – Kirchen-Choräle im Pop-Oratorium wieder sowie zum Teil auch neu arrangierte Originalchoräle des Wittenberger Reformators. Die musikalische Gestaltungsform des Oratoriums, also eines Singspiels mit wechselnden Solisten und einem übermächtigen Chor, ist keine neue Erfindung. Vielen Menschen ist zum Beispiel Bachs grandioses Weihnachts-Oratorium geläufig.

[Mike Weinerowski und Ramona Even in einer Szene des Pop-Oratoriums, das aus 20 Musikstücken besteht.]

Exklusiv für das Reformationsjahr wurde das Pop-Oratorium „Luther“ von dem bereits durch das Pop-Oratorium „Die 10 Gebote“ erprobten Erfolgsduo Michael Kunze und Dieter Falk geschrieben. Am 31. Oktober 2015 (Reformationstag) fand die Uraufführung in der Dortmunder Westfalenhalle statt. In weiteren Städten mit vielen unterschiedlichen Chören kam es zu Aufführungen und es bestand auch die Möglichkeit, „Luther“ in Eigeninszenierung einzustudieren. Für das Projekt in Gummersbach übernahm die Organisation und Koordination Kreiskantor Hans-Peter Fischer. Die Regie für das MPO führte Sabrina Schultheis, die Choreografie stammt von Hannah Ludemann. Passend zur Lutherzeit entwarf Carlo Schneeweis die Kostüme.

Der Projektchor „Luther“ steht unter der Leitung von Wipperfürths Kantor Stefan Kammerer und die musikalische Gesamtleitung über die extra für das Luther-Projekt zusammengestellten Symphoniker und die Rockband obliegt Joachim Kottmann. Ein tolles Team, das den außergewöhnlichen Zugang zu der spannenden Geschichte über Politik und Religion brillant mit den rund 200 Mitwirkenden umgesetzt hat. Das quittierte das Premierenpublikum mit stehenden Ovationen. Weitere Aufführungen: Samstag, 7. Oktober um 16 Uhr und Dienstag, 10. Oktober um 20 Uhr. Karten bei AggerTicket im Forum, beim Kirchenkreis An der Agger (02261/70 09 0). Gruppentarife ab 10 Personen bei kerstinundpeterfischer@gmx.de.

 

Quelle: http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=144&tx_ttnews%5Btt_news%5D=194724

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