Chaos im Olymp- die erste Stunde

Das ist natürlich mal ein Unternehmen.

12 Erwachsene mit geistiger Behinderung (drei von ihnen können lesen, zwei nicht sprechen…) sollen mit meiner Hilfe selber ein Theaterstück über die griechische Mythologie verfassen.

Bei Erwachsenen mit Behinderung in der heutigen Zeit ist es häufig so, dass sie zwar im alltäglichen Leben möglichst selbstständig sind, ihnen das selbstständige Denken in der Freizeit aber nur schwerlich gelingt.

Schon in der Vergangenheit bin ich mit den leichtesten Improvisationsübungen gescheitert, aber Aufgeben- keine Chance!

Also habe ich mich in den Sommerferien hingesetzt und mich wild durch die griechische Mythologie eingelesen.

Ich habe neun kleine Geschichten in Stichpunkten vorbereitet.

Die Stunde begann, indem ich die Darsteller selber zu Regisseuren gemacht habe.

(Man fragt sich, warum? Ganz einfach, sie sollten selbstständig etwas umsetzen und die Umsetzung dabei die ganze Zeit sehen können)

Sie haben sich kurze Sequenzen aus ihrem alltäglichen Leben (in allen kamen Betreuer vor, was sagt uns das? Naja, andere Geschichte.) ausgesucht und diese inszeniert, dabei immer wieder meine Hilfe gesucht, die ich aber, böse, wie ich gerne bin, abgelehnt habe 🙂

Irgendwann sollte es komplizierter werden, also haben sie sich Märchen zugewendet: „Hänsel und Gretel“ und „Schneewittchen“ (um mich aus der Rolle der Leitung zu ziehen, habe ich die Rolle des Schneewittchens übernommen, war eine gute Idee, wir hatten Spaß und ich habe mein Ziel erreicht.).

Ich habe ihnen erklärt, dass ich dies getan habe, damit sie langsam lernen, wie Inszenierung funktioniert.

Danach habe ich ihnen Zeus und seine Eltern vorgestellt und danach in aller Kürze die Geschichte erzählt, wie Zeus, Poseidon und Hades die Erde, das Meer und die Unterwelt untereinander aufgeteilt haben.

Ich habe mir dafür dann drei kognitiv recht starke Schauspieler gesucht und sie leicht durch die Szene gelenkt, ihnen dann gesagt, dass sie das jetzt einmal möglichst alleine machen müssen, während ich filme.

Ich habe gefilmt. Nun werde ich das Gefilmte verschriftlichen und ihnen nächste Woche als ihre erste eigene Szene vorstellen.

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