„Wird ein Trägerverein das Theater retten?“

(ls/06.02.2018-08:00)

Gummersbach – Tut sich doch noch etwas zur Rettung des Gummersbacher Theaters? Befürworter sprechen von einem möglichen Trägerverein, der den Spielbetrieb aufrechterhalten soll – Stadtverwaltung ist skeptisch.

Von Leif Schmittgen

 

Sabrina Schultheis von den Gummersbacher Theaterfreunden sieht einen Lichtblick in Sachen Erhaltung des Stadttheaters: Wenn es nach den Wünschen der Interessengemeinschaft geht, soll ein möglicher Trägerverein den Spielbetrieb des altehrwürdigen Theaters sichern, das in diesem Sommer seine Pforten schließt. Nach dem Ratsbeschluss im vergangenen Sommer hatte sich die Interessengemeinschaft mit etwa 60 Bürgern gebildet. Die Haushaltsrede von CDU-Fraktionsvorsitzenden Jörg Jansen Ende November hatte dann neues Feuer bei den Theaterfreunden entfacht. Er hatte Unterstützung seiner Partei bei der Gründung eines möglichen Trägervereins zugesagt, vorausgesetzt es würden sich genügend Ehrenamtler bereit erklären, eine solche Aufgabe auch zu übernehmen.

 

Seither führte man laut Schultheis konstruktive Gespräche mit der Politik und Verwaltung. Während des vergangenen Treffens der Theaterfreunde am 27. Januar entschloss man sich deshalb, Arbeitskreise mit verschiedenen Aufgabenbereichen zu gründen. „Wir wollen zum Beispiel prüfen, welche Möglichkeiten es in verschiedene Rechtsformen für Vereine gibt, an öffentliche Gelder zu kommen“, so Schultheis. In einem anderen Arbeitskreis will man die Möglichkeiten einer alternativen Nutzung des Theatergebäudes erörtern. „Vielleicht kommt ja auch eine Nutzung des Gebäudes für andere Veranstaltungen in Frage“, sagt Schultheis. Ohne konkret werden zu wollen, spricht die Theaterfreundin dabei allgemein über eine mögliche Verwendung als Treffpunkt für Vereine oder Jugendgruppen, wie sie anderorts in ähnlichen Gebäuden anderorts praktiziert wird.

 

Konkrete Pläne hält sie aber noch zurück: „Wir befinden uns in einem sehr frühen Stadium der Ideenfindung“, begründet Schultheis ihre Zurückhaltung. Konkrete Gesprächsergebnisse sollen allerdings Anfang März vorliegen, wenn das nächste Treffen der Theaterfreunde stattgefunden hat. Ob bei einer Mehrfachnutzung des Gebäudes auch verschiedene Förderquellen angezapft werden können, bleibt abzuwarten.

 

Stadtsprecher Siegfried Frank teilt auf Anfrage mit, dass man vonseiten der Verwaltung der Sache eher skeptisch gegenüberstehe, man aber für konstruktive Ideen – genau wie die Politik – aber natürlich jederzeit offen sei. „Wir wussten bis jetzt noch nichts von der Gründung von Arbeitsgruppen und sind deshalb sehr gespannt“, sagt Frank. Er könne sich aber nur schwer vorstellen, dass eine Sanierung – die etwa 8,5 Millionen Euro kosten würde – der laufende Unterhalt und die Bespielung des Theaters durch einen Trägerverein realisiert werden könne. Denn auch wenn die nötige personelle Unterstützung vorhanden sei, müssten auch die laufenden Kosten gedeckt sein. Vom Land könne man aus seiner Sicht keine Zuschüsse erwarten.

 

Das Hauptanliegen der Interessengemeinschaft, das Stadttheater mindestens bis zur Kommunalwahl 2020 bestehen zu lassen, ist laut Frank aber nicht gefährdet. Zwar werde durch die Abschreibungskosten der laufende Haushalt weiterhin belastet, ein Abriss des Gebäudes komme aber wegen der hohen Fixkosten für die Stadt derzeit ohnehin nicht in Frage. Rückenwind für die Theaterfreunde gibt es – betrachtet man die gesammelten Unterschriften – auch aus der Region. Denn rund 5.800 der insgesamt 6.600 Unterschriften, die zum Erhalt des Theaters online und handschriftlich eingegangen seien, stammen laut Schultheis von Bürgern aus dem Oberbergischen Kreis.

 

 

Quelle: http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=70&tx_ttnews%5Btt_news%5D=198009&cHash=42db029f13 (6.Februar 2018)

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