Kirche voller Musiker: Bei der Probe in Dieringhausen dirigierte Joachim Kottmann ein Heer von Sängern und Instrumentalisten. (Foto: Dierke)

Kirche voller Musiker: Bei der Probe in Dieringhausen dirigierte Joachim Kottmann ein Heer von Sängern und Instrumentalisten. (Foto: Dierke)

Gummersbach –

Die Liebe: Ihre magischen Kräfte wandeln Zweifel und Angst in Zuversicht. Ähnlich Wunderbares vermag die Musik. Im Pop-Oratorium „Luther“ (2016) thematisieren der Librettist Michael Kunze und der aus Siegen stammende Komponist Dieter Falk Martin Luthers Ängste, seine Zweifel und die heilende Macht der Liebe.

Anfang Oktober kommt das Pop-Oratorium auf die Bühne des Theaters der Stadt Gummersbach, als rein oberbergische Produktion. In drei Vorstellungen werden Sänger und Musiker das Musical „Luther“ aufführen. Peter Fischer, Kantor des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger, hat mit dem Wipperfürther Kantor Stefan Kammer als Chorleiter und mit Joachim Kottmann vom Musical Projekt Oberberg (MPO) als musikalischem Gesamtleiter zwei Fachleute im Musical-Boot.

Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums das Pop-Oratorium nach Oberberg zu holen, lag nicht allein für Peter Fischer nahe. Bereits an der Uraufführung von „Luther“ im vergangenen Jahr in Dortmund hatten sich viele oberbergische Kirchenchöre beteiligt. Mit ihrem Projektchor war auch Tabea Schäfer von der Freien Christlichen Bekenntnis-Schule Gummersbach (FCBG) dabei gewesen. Nach dem monumentalen Erlebnis mit Tausenden Sängern in der Westfalenhalle kam sie auf dieselbe Idee wie Fischer.

200 Mitwirkende aus

Kirche und Kulturszene

„Es ist toll, mit Tabea Schäfer und ihrem Luther-Projektchor zusammenzuarbeiten“, sagt Fischer. Außerdem konnte er auf die Hilfe befreundeter Kantoren wie Hans Wülfing aus Bergneustadt und eben Stefan Kammerer zählen. „Für den Musical-Teil hatte ich vorsichtig beim MPO angefragt, und Joachim Kottmann war gleich begeistert.“

Das Großprojekt lebt von dieser Zusammenarbeit. Das sah und hörte man bei der großen Gemeinschaftsprobe am Wochenende in der Dieringhausener Kirche. Unter der Leitung von Stefan Kammerer präsentierten sich rund 150 Sänger stimmgewaltig und schon nahezu aufführungsreif. Die oberbergische Produktion mit zurzeit 200 Mitwirkenden setzt auf den Klang.

„Wir haben hervorragende Sänger und herausragende Instrumentalisten. Monumental wird es schon allein durch die Musik“, verspricht Fischer. Doch es gibt auch viel zu sehen. Für historische Kostüme ist gesorgt: „Carlo Schneeweis, der fürs MPO die Kostüme macht, ist nicht nur unser Martin Luther, sondern schneidert auch für uns“, sagt Fischer. Sabrina Schultheis und Hannah Ludemann vom MPO sind für Regie beziehungsweise die Choreografie von „Luther“ verantwortlich. Das bringt Bewegung ins Musical. Das Gummersbacher Theater bietet auf seiner professionell ausgestatteten Bühne Platz für die 200 Chorsänger und Solisten.

Es soll ein Kunstgenuss und eine Bildungserfahrung über Luther und die Reformation werden, an dem die ganze Familie teilhaben kann. Der Kreiskantor ist zuversichtlich: „Ich habe das Gefühl, dass Dieter Falk da etwas geschaffen hat, das ein ganz großes Publikum erreicht.“

Einen ersten Eindruck bekommt, wer am Samstag, 24. September, zwischen 10 und 16 Uhr beim Reformationsfest im Gummersbacher Theater reinschaut. Ab 13.45 Uhr werden Ausschnitte aus dem Musical „Luther“ vorgestellt. Premiere ist dann am gleichen Ort am Freitag 6. Oktober, 20 Uhr. Die beiden weiteren Aufführungen sind am Samstag, 7. Oktober, 16 Uhr, und Dienstag, 10. Oktober, 20 Uhr. Karten gibt es bei Aggerticket, V (0 22 61) 3003-888.

– Quelle: http://www.rundschau-online.de/28400946 ©2017

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